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ein Ende und ein Anfang

Am Freitag war mein letzter Tag an der Uni. Wir feierten ihn mit einer Exkursion zum Balmoral Beach in North Sydney mit allen deutschen Studentinnen und Jillian, die Dozentin, die sich um uns gekümmert hat. Wir machten ein Picknick und genossen die Sonne (langsam wird es warm hier- schon 28 Grad ).




Das sind wir - die deutschen Auslandsstudenten aus Freiburg, unsere Jillian und ich (die einzige aus Heidelberg)

Alles war wunderbar, als wir plötzlich von oben angegriffen wurden!!! Erst wussten wir gar nicht, was los war, als eine von uns rief: "Der Vogel hat mein Essen aus meinem Mund geklaut!" Und so war es dann auch! Über uns auf einem Baum saßen ein paar Kookaburra, die uns beim Essen beobachtet hatten und dann ganz dreist im Sturzflug runterkamen um uns unser Essen aus der Hand bzw. aus dem Mund zu klauen! Nachdem das zwei Mal vorgekommen war, trauten wir uns kaum noch, einen Bissen zu nehmen... Trotz des Vofalls war es ein schöner Nachmittag, an dem ich das erste mal im Meer geschwommen bin.



Der böse Kookaburra, der eigentlich ziemlich niedlich aussieht...



... aber wissen ja alle wie gefährlich australische Tiere sind


Dass die Uni vorbei ist, bedeutet für mich, dass ich bis zum nächsten Semester in Deutschland nun fast 5 Monate Zeit habe! Der Wahnsinn! 5 Monate deshalb, weil das Semester zwar rum ist, die Prüfungen aber leider noch bevorstehen Meine erste Prüfung ist nächste Woche Dienstag und die zweite ist 2 Wochen später. Leider (/zum Glück!?) wird die Zeit ziemlich knapp mit dem Lernen, weil Joyos Eltern uns besuchen kommen (morgen früh kommen sie an - Juchhuuu!). Am Donnerstag werden wir zusammen für 4 Tage in die Blue Mountains zum Wandern fahren.

Ansonsten werde ich bald volltags bei Gelatissimo arbeiten. Weil Yves, unser Shift manager, uns bald (schon am Sonntag) verlassen wird, brauchte mein Chef jemanden, der den Posten übernimmt und (unglaublich aber wahr)da hat er mich gefragt ob ich das übernehmen mag. Tja, natürlich mag ich! Ab Sonntag werde ich dann den Laden schmeißen
Übrigens arbeitet Joyo neuerdings auch für uns: nicht in Bondi, sondern für den mobilen Eiswagen, der auf Festivals und Feiern unterwegs ist. Ich glaube wir bleiben einfach hier und machen ein Familienunternehmen daraus

2 Kommentare 23.10.11 01:59, kommentieren

A Blue Monday

Am Montag war ein richtiger „blue Monday“ – so wird ein Tag genannt, an dem alles schief geht. Ich musste eigentlich um 15 Uhr arbeiten, aber meine Chefin rief mich um 14 Uhr total gestresst an und fragte, ob ich nicht ein bisschen früher kommen könnte, da sie alleine im Laden sein und wir viel zu viele Kunden hätten. Als ich in der Eisdiele ankam, meinte Sharlene (so heißt meine Chefin), dass sie mich schon viel früher anrufen wollte, aber keine Zeit fand, weil immer Leute reinkamen, die sie bedienen musste. Schließlich hat sie dann einfach einen Kunden mit Telefon am Ohr bedient. Als ich ankam, stellte ich mich sofort in die Küche, denn es mussten noch acht Eissorten hergestellt werden, weil am Wochenende so viel Eis gekauft worden war.

Da passierte es: Ich, noch Anfängerin wenn es um die Herstellung von Eis geht, war schon ziemlich nervös – innerhalb des Tages acht Sorten zu machen, ist schon eine große Sache (jedenfalls für den Anfang) und man muss sehr schnell und gut organisiert sein, um Zeit zu sparen und mehrere Sorten gleichzeitig vorzubereiten.
Die Eismaschine besteht aus zwei Teilen: der obere Teil ist für die Pasteurisation der Milch oder der Erhitzen von Wasser, während der untere Teil der Maschine die Mischung gefriert. Beide Teile sind (sinnvollerweise) voneinander abgetrennt, sodass man, wenn eine Sorte im unteren Teil gefriert, oben bereits die nächste Sorte einfüllen und erhitzen kann. Dabei muss man sehr aufpassen, dass man nicht verwechselt wo sich welcher Geschmack befindet – zumal auf dem Tisch neben der Maschine auch noch riesige Eimer mit angerührten Mischungen anderer Sorten stehen. Wenn man alle Sorten mehr oder weniger gleichzeitig „bearbeitet“ ist Konzentration wirklich wichtig.

Aber so weit war ich noch gar nicht, als ES passierte. Ich war gerade dabei, Milch aus unseren riesigen Milchtüten in einen Eimer zu schütten, als mir die Tüte aus der Hand glitt und sich die Milch (zum Glück nicht die ganze) auf die Ablage und den Boden ergoss. MIST! Die nächsten Minuten war ich mit dem Aufwischen beschäftigt, während Sharlene schnell meine Arbeit übernahm. Als ich dann soweit war, wieder zu übernehmen, ging Sharlene auf die Toilette, von der sie schon bald laut fluchend wiederkam: ihr war das Handy ins Klo gefallen! Die nächste halbe Stunde war sie damit beschäftigt, das Handy wieder in Gang zu bekommen, das sie dringend für ein paar Anrufe brauchte. Natürlich funktionierte es nicht und so bot ich ihr mein Handy an, in das sie ihre Sim-Karte einlegen konnte. Kennt ihr das, wenn man ein fremdes Handy hat und erst einmal überhaupt nicht klar kommt – nun ja, meines ist auch noch auf Deutsch und so war mein Handy fast so gut wie kein Handy. Ich übernahm dann nebenbei noch das SMS schreiben an meine Kollegen und Sharlene und ich teilten uns quasi das Gelatomachen.
Dabei unterlief uns ein Fehler: Wir füllten das Karamellsirup für „Macadamia und Caramell“ in die Grundmischung für die „weiße Schokolade“! Dies bemerkten wir erst, als wir die Grundmischung für das Macadamia-Eis in den Gefrierteil einlassen wollten und uns fragten, welche Sorte das denn nun sei (denn Macadamia hatten wir ja schon fertig)!
Ein Geschmackstest brachte die Wahrheit ans Licht! Zum Glück schmeckte das Eis gar nicht soo anders, nur ein bisschen süßer, sodass wir es guten Gewissen trotzdem verkaufen können (meine Kollegin Lenka und ich finden die „neue“ Sorte übrigens besser als die alte).

Glück im Unglück: aus der ursprünglichen Grundmischung stellten wir dann einfach Haselnusseis her, das aus der gleichen Grundmischung besteht, somit mussten wir nichts wegwerfen. Ansonsten passierte noch eine ganze Menge, zum Beispiel, dass ich durch die ganzen Störungen von 2 bis 9 Uhr abends damit beschäftigt war, Eis herzustellen und dass ich mich 4! Mal an der Maschine geschnitten habe. Das ist ziemlich blöd – wer sich schon einmal an einer Rasierklinge geschnitten hat, weiß, dass diese Schnitte verdammt tief sind und niemals aufhören wollen zu bluten. Keine gute Voraussetzung, wenn man mit Lebensmitteln arbeitet…

Am nächsten Tag habe ich mit einer pflasterübersäten Hand Eis verkauft – zum Glück hat mich keiner gefragt, was mir denn passiert sei. Eis verkaufen ist eine verdammt gefährliche Beschäftigung!

1 Kommentar 16.10.11 07:07, kommentieren

Aquarium

Neulich habe ich mir das Aquarium Sydney angeschaut, das von allen als eine DER Attraktionen Sydne's empfohlen wird.
Es war gar nicht so einfach, gute Bilder durch die Glasscheiben zu machen und die Tiere wollten koischerweise einfach nicht stillhalten fuer die Photos. Hier ein Enblick:

Die Pinguine sehen ueber Wasser einfach nur niedlich aus, aber unter Wasser sind sie unglaublich schnell, sodass man einfach nur ein Etwas sieht, das gerade vorbeizischt



Diese Riesenkrabbe ist breiter als ich!



Am tollsten fand ich die riesige Seekuh, wenn sie frisst, hat sie einen komischen Ruessel, der sie aussehen laesst wie ein Schweinchen, deswegen wird diese Art auch Seeschwein genannt (Unterart der Seekuh).



Die Riesenschildkroete ist wirklich riiiieeeesig!



kleine Nemos gab es leider nicht, aber dafuer kleine Doris



Last but not least kommen natuerlich die Haie... die ganz grossen gibt es hier leider nicht zu sehen, da diese nicht auf laengeren Zeitraum gefangen gehalten werden duerfen, aber der hier reicht auch finde ich...

4 Kommentare 12.10.11 04:28, kommentieren

Versteigerung

Wie ihr vielleicht schon wisst, sollte das Haus, in dem wir zurzeit wohnen, in einer Auktion versteigert werden. Das war ziemlich nervig, weil somit natürlich viele Leute kamen, die das Haus besichtigen wollten. Diese Besichtigungstermine fanden 4 Wochen lang immer donnerstags und samstags Mittag für 45 Minuten lang statt und in dieser Zeit mussten wir das Haus natürlich verlassen.
'Das ist ja nicht so lang' mag man denken, was zwar stimmt, aber auf Dauer extrem nervig ist. Donnerstags fand ich es nicht so schlimm, weil ich da sowieso den ganzen Tag im Praktikum bin, aber samstags war es wirklich schlimm. Um 11:45 kamen immer die Makler und haben an den Türen geklopft um zu schauen, ob jemand darin war oder nicht. Es ist einfach nervig, wenn man z.B. zu Hause für die Uni etwas machen will oder einfach lange schlafen will - immer muss man für 1 Stunde raus. Was macht man in der Zeit? Ich habe mich meistens an den Strand gesetzt, aber auf Dauer ist das auch nicht so toll...

Wir haben der Auktion mit sehr gemischten Gefühlen entgegengesehen - einerseits waren wir unglaublich froh, dass diese blöden Besichtigungen endlich vorbei waren, andererseits wollten wir hier gerne wohnen bleiben und man konnte natürlich nicht wissen, ob der neue Besitzer mit seiner Fmilie selber einziehen wollte, oder ob alles so bleiben würde wie es war und wir wohnen bleiben durften.

Tja was soll ich sagen: Glück im Unglück - das Haus wurde nicht versteigert, wir dürfen also vorerst bleiben - andererseits will der Besitzer immer noch verkaufen, sodass wir weiterhin zu Besichtigungsterminen raus müssen und wir nicht wissen, ob wir auf Dauer wohnen bleiben dürfen.

Ich bin trotzdem recht froh mit dem Ausgang - es ist besser, als wenn wir ausziehen müssten. Und ich hoffe, dass wenn auf der Auktion das Haus nicht verkauft wurde (es war den Leuten wohl zu teuer), dann wird es hoffentlich auch in den nächsten 2 Monaten nicht sofort verkauft werden. Und wenn es dann doch einmal so weit ist, dann sind wir hoffentlich schon auf unserer Reise durch Australien...


2 Kommentare 10.10.11 02:34, kommentieren

Ku-ring-gai-Chase National Park

Am Freitag haben Joyo und ich uns ein Auto gemietet und sind in den Ku-ring-gai Chase National Park gefahren um auch das australische Outback ein bisschen zu erkunden.
Das Wetter war super gut, die Sonne schien, aber auch der Wind war da, sodass es nicht zu heiß wurde.



Wir hatten ziemliches Glück, weil es die letzten Tage viel geregnet hatte (man sollte nicht meinen, dass Sommer wird, denn das Wetter war besser, als ich hier ankam )



Mit einem Rucksack ausgerüstet, machten wir uns auf den Weg.








Es war super schön zu wandern und keiner Menschenseele zu begegnen. Nach einer dreiviertelstunde entdeckten wir einen Wasserfall...



...und blieben erst einmal eine Weile



Das ist mein absolutes Lieblingsbild:



Weil wir gelesen hatten, dass man oben vom Wasserfall eine super Aussicht haben soll, suchten wir den Weg, der uns nach oben führt. Eine Kletterpartie, die mir vorläufig reicht (bitte keine Wiederholungen!), brachte uns zwar nach oben, aber nicht an den gewünschten Ort. Deswegen liefen wir nun querfeldein.





Dieser Baum nennt sich "grasstree", also Grasbaum.

Immerhin fanden wir einen kleinen Pfad, dem wir folgen konnten und somit auch wieder auf den rechten Weg fanden. In dieser Zeit waren wir WIRKLICH im Outback, umgeben von Tieren und einer superschöne Natur mit wilden Wiesen und Pflanzen.








Am Abend entdeckten wir sogar einen verlassenen Strand - ein Traum!




Dieser Tag im Outback hat sich wirklich gelohnt! Im Ku-ring-gai-Chase National Park kann man übrigens auch Aborigine-Kultur entdecken (natürlich generell die Erhaltung der Natur), aber auch alte Malereien an Felswänden und in Stein geritzte Bilder! Das Wandern hier kann man wirklich nur empfehlen (wer hätte gedacht, dass ich das mal sagen würde?!) und ich freue mich schon auf das nächste Mal...

6 Kommentare 2.10.11 01:25, kommentieren

Waffel oder Becher?!?

Wenn ich arbeite, fühle ich mich manchmal wie Vianne Rocher aus dem Film „Chocolat“. Die Eisdiele, in der ich arbeite gehört zu einer exclusiven Frenchise-Kette, die ziemlich gutes Gelato (nein, nicht Eis - da gibt es einen Unterschied!) ohne Gluten und künstliche Zusatzstoffe herstellt. Der Besitzer des Ladens in Bondi hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Besucher zu verwöhnen und so kann sich jeder bei uns einmal von oben bis unten durchprobieren, bevor er sich für eine oder auch mehrere der fast 30 Sorten entscheidet.

Das Arbeiten dort macht großen Spaß, vor allem, wenn die Kinder sich ehrfürchtig die Nase an der Scheibe platt drücken und zugucken, wie ich die Eiskugel forme und in die Waffel oder den Becher spachtele. Das ist manchmal wirklich schwer und eine richtige Kunst (wir haben ja keine Eiskugellöffel und manche Sorten sind einfach extrem weich). Es ist unglaublich, wie glücklich man manche Menschen mit so wenig machen kann und ich liebe es, wenn die Leute probieren und bei jeder Sorte fast in Ohnmacht fallen, weil es so gut ist und einfach jeden Tag wiederkommen, um die nächste Sorte zu probieren.

Es gibt aber auch Leute, die machen mich total verrückt. Da gibt es solche, die brauchen 15 Minuten, bis sie sich entschieden haben, welche Sorte sie haben wollen, obwohl schon die nächsten 30 Leute ungeduldig warten (generell ist dazu herzlich eingeladen, aber bitte nicht, wenn die anderen bis zur Straße Schlange stehen). Wenn ich sie dann noch frage, ob sie das Ganze in einer Waffel oder in einem Becher serviert bekommen wollen, bricht eine ganze Welt für sie zusammen. Total erschöpft von der Entscheidungsfindung im Vorfeld, brauchen sie erst einmal eine Halbzeit, bevor sie sich für eine der beiden Varianten (Waffel oder Becher!?) entscheiden können. Es gibt auch bedenklich viele Menschen, denen das Kommunizieren mit anderen Menschen extrem schwer fällt. Diese schauen mich als Verkäuferin nicht an, wenn sie etwas bestellen wollen, sondern reden im besten Falle noch mit der Freundin über die ganzen Eissorten und glauben ich könnte aus dem geflüsterten Gespräch heraushören, welche Sorte denn nun gewünscht ist, ohne, dass ein einziges Mal Blickkontakt aufgebaut wurde.

Die ganz schlechte Kommunikation, die häufiger Auftritt, als man denkt, sieht allerdings folgendermaßen aus: Eine Gruppe aus ca. 4 Menschen betritt die Eisdiele. Eine Person der Gruppe setzt sich direkt auf das Sofa gegenüber der Kasse. 3 der Menschen verteilen sich vor dem Schaukasten und nehmen alle Verkäufer (meistens 2) in Beschlag und lassen sich gefühlte 100 Proben reichen und 1000 Fragen zu Gelatogeschmack, -Konsistenz und Preisen erklären. Eine Person kommuniziert dann noch nach hinten mit der Person auf dem Sofa (die übrigens im Regelfall weder alt und gebrechlich noch krank ist), erklärt die Sorten und reicht gelegentlich eine Probe nach hinten. Dann bestellt die Person vorne und will ein mittelgroßes Gelato, nennt aber nur eine Sorte. Dann erkläre ich erst einmal, dass mittelgroß eigentlich 2 Kugeln meint und ob er/sie 2 Kugeln der gleichen Sorte haben möchte oder doch noch eine 2. andere Sorte dazu nehmen möchte. Diese Bestellung betrifft aber eigentlich nicht die Person, die vor mir steht, sondern der auf dem Sofa (was ich natürlich nicht mitbekommen habe, denn man muss bedenken, dass der Rest der Gruppe die vollste Aufmerksamkeit einfordern). Die Person vor mir muss dies nun erst einmal an die Person auf dem Sofa weiterleiten und diese muss sich dann entscheiden, ob noch eine 2. Sorte gewünscht ist oder nicht und wenn ja, welche. Da sie ja aber nun auf dem Sofa sitzt und nicht sieht, welche Sorten noch so vorhanden sind, muss die Person vor mir alle Sorten nach hinten schreiend aufzählen. Eine gefühlte Ewigkeit vergeht, bis eine 2. Sorte gewählt wurde. Ich atme dann erleichtert aus –doch HALT! Da war doch noch was… WAFFEL oder BECHER!?!?


Das ist Yves, mein französischer Kollege. Ich hab auch so ne supercoole Uniform

2 Kommentare 27.9.11 17:29, kommentieren

Symbole und andere Zeichen

Symbole sind Zeichen, die eine bestimmte Bedeutung haben. Diese Bedeutung ist festgelegt, allgemein bekannt und oft auch international gültig. Symbole sind willkürlich bzw. zufällig ausgewählte Zeichen, die ohne das benötigte Hintergrundwissen, keinen Sinn ergeben- im Gegensatz zu Ikonen, die genau das abbilden, was sie darstellen.

Ein Symbol ist zum Beispiel eine Ampel: mit der Farbe Grün verbinden wir das Gehen nur, weil es uns so beigebracht wurde. Ein Ikon, wie zum Beispiel der Mülleimer auf unserem Desktop entspricht dem Mülleimer, den wir tagtäglich zu Hause benutzen.

Die Bedeutung eines Symboles erkennt jedermann auf den ersten Blick (sofern er von der Bedeutung weiß), so wie z.B. unser Vorfahrtsschild. Es ist keine Schrift vonnöten, soll es auch nicht, denn JEDER (auch Analphabeten, kleine Kinder, usw.) soll die Bedeutung auf einen Blick erkennen können. Ein weiters Beispiel ist das "Vorfahrt gewähren" -Schild:



So weit so gut und eigentlich könnte man das hier jetzt so stehen lassen, wenn da nicht eine klitzekleine Kleinigkeit wäre:
In Australien ist der Begriff „Symbol“ entweder nicht so recht bekannt oder wurde von der Bevölkerung etwas falsch verstanden. Schilder in Australien (bleiben wir bei dem Beispiel des Vorfahrtsschildes) sehen in etwa SO



aus. Warum die schöne Bedeutung der Symbole hier so verhunzt werden weiß ich nicht. Vielleicht haben die Austalier Angst, dass die Zeichen sonst nicht verstanden werden!? Ich bin auf eure Vorschläge gespannt...

Übrigens sind manche Verkehrshinweise hier aber auch gar nicht so blöd für Leute wie mich:



Hier weiß ich immer, wohin ich schauen muss, wenn ich über die Straße will. Leider sind diese Hinweise nicht überall vorhanden. Aber auch in diesen Situationen weiß ich mir inzwischen zu helfen: Auf Rolltreppen bleibe ich nicht mehr stehen, sondern gehe immer. –So muss ich mich um diesen blöden Linksverkehr einfach nicht mehr kümmern – links stehen, RECHTS GEHEN!

1 Kommentar 22.9.11 11:12, kommentieren

Coastal Walk

Weil sich ganz viele Keute ganz viele Bilder gewünscht haben, hier nun eine Bildergeschichte



Franzi, Christine, Joyo und ich haben uns eines schönen Sonntags auf eine kleine Wanderung begeben - wir sind von Bondi Beach, über Tamarama und Bronte Beach zum Cogee Beach gelaufen.



(das Foto ist vom Tamarana Beach aus entstanden, hier jogge ich auch immer)



Wir sind oft stehengeblieben um uns die Landschaft anzuschauen (ein Grund, waum die Wanderung recht lange gedauert hat)



..sie war aber auch sehr schön





Unterwegs sind wir auf einen Friedhof gestoßen.





Auf dem Rückweg wollten wir noch ein paar schöne Bilder von uns machen, mit waghalsigen Stunts...



...und kläglich gescheiterten Versuchen theatrallisch zu schauen.

Schön wars trotzdem!

4 Kommentare 13.9.11 16:43, kommentieren

Mamma Mia!

Das Leben hier in Sydney nimmt langsam festere Formen an. Anfangs war noch alles neu und aufregend, inzwischen habe ich mich an Land und Stadt gewöhnt und auch an das Englisch sprechen habe ich gut verinnerlicht. Inzwischen mixe ich manchmal beide Sprachen ohne, dass ich mir dessen bewusst bin.
Dazu, dass hier langsam der Alltag einkehrt, gehören natürlich auch ein paar Freunde und - ein Job.

Ich habe schon eine Weile nach einem gesucht und hatte mir zuerst überlegt als Babysitterin zu arbeiten. Leider gibt es auf dem Markt aber nicht unendlich viele Angebote und dass ich Vormittags selten Zeit habe (ich studiere ja auch noch), macht die Sache auch nicht einfacher. Nachdem sich auch noch viele Männer mit unseriösen Angeboten bei mir gemeldet hatten, dachte ich mir, dass ich vielleicht einfach das machen sollte, was mir am meisten liegt: Verkaufen! Aber natürlich nicht so, wie die das gerne hätten
Tja, gedacht, getan und dieses Mal war ich erfolgreich: Ich werde nämlich ab nächster Woche Eis verkaufen und zwar in einer Eisdiele direkt bei uns am Strand.

Gestern habe ich Probegearbeitet und habe mich anscheinend dabei nicht unendlich doof angestellt, sodass der Besitzer der Eisdiele sich entschlossen hat, mich in seinem Team aufzunehmen.

Bis zu meinem ersten Arbeitstag muss ich aber noch viel lernen, zum Beispiel wie man Eis herstellt, wie man es abfüllt und vor allem wie man es serviert! Letzteres ist schwieriger als man so denkt, denn die Eisdiele ist "original Italienisch" und Kenner wissen, dass hier keine Eiskugellöffel verwendet werden, sondern die Kugel eigenhändig formt...mmmh, wie sagt man...ich würde es "spachteln" nennen.
So eine Eiskugel ist gar nicht so einfach zu formen, wenn die Konsistenz des Eises entweder steinartig (weil zu kalt), Kaugummiartig, oder Puddingartig (weil zu warm geworden) ist. Da leider fast immer einer dieser Fälle eintritt, ist es GENERELL schwierig eine vedammte Kugel zu formen.

Heute habe ich geschlagene 3 Stunden damit verbracht, Eis in der Waffel mit jeweils einer Kugel, Eis im Becher mit jeweils einer Kugel, Eis in der Waffel mit jeweils 2 Kugeln, sowie Eis im Becher mit jeweils 2 Kugeln zu erstellen, diese alle zu wiegen (damit ich ein Gefühl bekomme, wie groß eine Kugel sein sollte) und anschließend wieder zurückzufüllen.
Diese Pozedur wiederholte ich immer wieder, sodass ich ca. 100 Kugeln geformt habe! ... danach wusste ich was ich geleistet habe! Erstaunlich ist, dass in jedem dieser aufgeführten Fälle (die mit 3 Kugeln nicht mit eingerechnet, kann ich auch noch nicht), die Kugel anders geformt wird!
AHHHH! ...Freitag gehts weiter.

Ich bin mal gespannt, ob ich nach 3 Monaten Arbeit in der Eisdiele immer noch Eis mag (ich mag es verdammt gerne) ... also entweder komme ich spindeldür nach Hause, weil mir allein vom Süßigkeiten sehen total übel wird, oder ich bin dick wie eine Tonne, weil ich den ganzen Tag Eis essen kann...

2 Kommentare 7.9.11 15:01, kommentieren

"Get off him!"

Letzte Woche Freitag durfte ich das erste Mal ein australisches Rugbyspiel live ansehen – und das gleich live. Wir hatten Karten für das Spiel der beiden Tabellenersten Manly (Heimmannschaft) gegen Melbourne. Wir waren spät dran, was zum Teil an uns lag (wer sich zu spät informiert, wann die Busse und Züge fahren…), aber zum Teil auch an dem Verkehr. Weil viele gerade Feierabend hatten, waren die Straßen total überfüllt und der Bus, den wir nehmen wollten, kam einfach mal viel zu spät! Er brauchte eine Ewigkeit und hielt dann nicht einmal an der Haltestelle, an der wir aussteigen wollten.
Zum Glück erkannten wir das vorher und stiegen rechtzeitig aus. Um 7 Uhr wollten wir Karen, eine entfernte Verwandte von Joyo, die vor einigen Jahren nach Australien gezogen ist, vor dem Stadion treffen, um 7.30 sollte das Spiel beginnen. Inzwischen war es schon 7.10 und wir immer noch nicht am vereinbarten Treffpunkt. Vor allem wussten wir nicht, wie weit es von der Bushaltestelle bis zu dem Stadion sein würde. Also fingen wir an zu laufen – joggen hat ja schließlich noch niemandem geschadet.
Unterwegs wurden wir von vielen Menschen komisch angeschaut, denn hier rennt normalerweise niemand, denn… da ist es wieder, das don’t worry… hier macht man sich eben keine Gedanken über so nichtige Dinge wie zu spät kommen, es ist schließlich ungesund, sich zu stressen!

Wir kamen natürlich doch noch rechtzeitig an und hatten dank Karen und ihrer Freundin super Plätze. Dann ging es auch schon los, mit den Cheerleadern von Manly. Leider sah das gar nicht so spektakulär aus, wie man das so aus den amerikanischen Filmen kennt…zumindest habe ich die Hebefiguren und die Saltos vermisst. Dafür wurde das Spiel umso unterhaltsamer, da das Rugbyspielen an sich selbst in einem wichtigen Turnier eine nicht so große Rolle zu spielen scheint. Zumindest war es für die Spieler anscheinend attraktiver, dem anderen aus der gegnerischen Mannschaft so richtig eine rein zu schlagen, wenn die Gelegenheit günstig war. Zwar war das offiziell nicht erlaubt und wurde auch „bestraft“, aber inoffiziell dann doch in Ordnung, denn die Zeit wurde danach angehalten. Dies nutzten die anderen Spieler, um sich munter zu beteiligen und eine riesige Massenschlägerei anzuzetteln, bei dem ein riesiges Knäuel von Menschen entstand, in dem jeder jeden schlug. Das Publikum (mich natürlich eingeschlossen) war begeistert und feuerte seine Lieblingsmannschaft, Manly, wie wild an.



Melbourne- Fans gab es nicht, zumindest waren sie weder sicht- noch hörbar, denn wenn es welche gab, dann wurden sie von den Manly-Fans niedergebrüllt. Australier sind sehr emotional, wenn es um ihren Sport geht. Da wird mitgelitten, angefeuert und gestritten wie im deutschen Fußball, nur, dass das Ganze noch impulsiver erscheint. Als die Mannschaft Melbourne ins Stadion lief, wurde sie gemeinschaftlich ausgebuht! Zum Glück waren nicht so viele Melbourne- Fans da, sonst hätte es vermutlich nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch rundherum eine Massenschlägerei gegeben!

Der Satz des Abends war „get off him!“. Dieser wurde alle paar Sekunden von den Manly-Fans gerufen, wenn ein Melbourne-Spieler auf einem Manly-Spieler lag. Die Manly-Fans wollten damit ausdrücken, dass der andere doch bitte möglichst schnell von ihrem Spieler unterging, damit der die Chance bekam, sich böse zu rächen.
Das gesamte Spiel besteht übrigens nur darin, mit dem Ball in der Hand möglichst viel Anlauf zu nehmen, um mit dem Kopf voran in die Spieler der gegnerischen Mannschaft zu rammen und somit möglichst viele Meter zurück zu legen, bevor die anderen Spieler einen zu Fall bringen. Dies erreichten sie, indem sie den Spieler mit Ball an den Beinen fassten. Anschließend sprangen sie voller Triumph auf ihn drauf und ruhen sich aus.
Gewonnen hat übrigens Manly- und zwar haushoch! - Kein Wunder, bei der Unterstützung der Fans.

Fazit dieses Abends: Ich mag Rugby!

2 Kommentare 5.9.11 07:22, kommentieren