tancy

Down Under
 

Categories

Letztes Feedback

Meta





 

A Blue Monday

Am Montag war ein richtiger „blue Monday“ – so wird ein Tag genannt, an dem alles schief geht. Ich musste eigentlich um 15 Uhr arbeiten, aber meine Chefin rief mich um 14 Uhr total gestresst an und fragte, ob ich nicht ein bisschen früher kommen könnte, da sie alleine im Laden sein und wir viel zu viele Kunden hätten. Als ich in der Eisdiele ankam, meinte Sharlene (so heißt meine Chefin), dass sie mich schon viel früher anrufen wollte, aber keine Zeit fand, weil immer Leute reinkamen, die sie bedienen musste. Schließlich hat sie dann einfach einen Kunden mit Telefon am Ohr bedient. Als ich ankam, stellte ich mich sofort in die Küche, denn es mussten noch acht Eissorten hergestellt werden, weil am Wochenende so viel Eis gekauft worden war.

Da passierte es: Ich, noch Anfängerin wenn es um die Herstellung von Eis geht, war schon ziemlich nervös – innerhalb des Tages acht Sorten zu machen, ist schon eine große Sache (jedenfalls für den Anfang) und man muss sehr schnell und gut organisiert sein, um Zeit zu sparen und mehrere Sorten gleichzeitig vorzubereiten.
Die Eismaschine besteht aus zwei Teilen: der obere Teil ist für die Pasteurisation der Milch oder der Erhitzen von Wasser, während der untere Teil der Maschine die Mischung gefriert. Beide Teile sind (sinnvollerweise) voneinander abgetrennt, sodass man, wenn eine Sorte im unteren Teil gefriert, oben bereits die nächste Sorte einfüllen und erhitzen kann. Dabei muss man sehr aufpassen, dass man nicht verwechselt wo sich welcher Geschmack befindet – zumal auf dem Tisch neben der Maschine auch noch riesige Eimer mit angerührten Mischungen anderer Sorten stehen. Wenn man alle Sorten mehr oder weniger gleichzeitig „bearbeitet“ ist Konzentration wirklich wichtig.

Aber so weit war ich noch gar nicht, als ES passierte. Ich war gerade dabei, Milch aus unseren riesigen Milchtüten in einen Eimer zu schütten, als mir die Tüte aus der Hand glitt und sich die Milch (zum Glück nicht die ganze) auf die Ablage und den Boden ergoss. MIST! Die nächsten Minuten war ich mit dem Aufwischen beschäftigt, während Sharlene schnell meine Arbeit übernahm. Als ich dann soweit war, wieder zu übernehmen, ging Sharlene auf die Toilette, von der sie schon bald laut fluchend wiederkam: ihr war das Handy ins Klo gefallen! Die nächste halbe Stunde war sie damit beschäftigt, das Handy wieder in Gang zu bekommen, das sie dringend für ein paar Anrufe brauchte. Natürlich funktionierte es nicht und so bot ich ihr mein Handy an, in das sie ihre Sim-Karte einlegen konnte. Kennt ihr das, wenn man ein fremdes Handy hat und erst einmal überhaupt nicht klar kommt – nun ja, meines ist auch noch auf Deutsch und so war mein Handy fast so gut wie kein Handy. Ich übernahm dann nebenbei noch das SMS schreiben an meine Kollegen und Sharlene und ich teilten uns quasi das Gelatomachen.
Dabei unterlief uns ein Fehler: Wir füllten das Karamellsirup für „Macadamia und Caramell“ in die Grundmischung für die „weiße Schokolade“! Dies bemerkten wir erst, als wir die Grundmischung für das Macadamia-Eis in den Gefrierteil einlassen wollten und uns fragten, welche Sorte das denn nun sei (denn Macadamia hatten wir ja schon fertig)!
Ein Geschmackstest brachte die Wahrheit ans Licht! Zum Glück schmeckte das Eis gar nicht soo anders, nur ein bisschen süßer, sodass wir es guten Gewissen trotzdem verkaufen können (meine Kollegin Lenka und ich finden die „neue“ Sorte übrigens besser als die alte).

Glück im Unglück: aus der ursprünglichen Grundmischung stellten wir dann einfach Haselnusseis her, das aus der gleichen Grundmischung besteht, somit mussten wir nichts wegwerfen. Ansonsten passierte noch eine ganze Menge, zum Beispiel, dass ich durch die ganzen Störungen von 2 bis 9 Uhr abends damit beschäftigt war, Eis herzustellen und dass ich mich 4! Mal an der Maschine geschnitten habe. Das ist ziemlich blöd – wer sich schon einmal an einer Rasierklinge geschnitten hat, weiß, dass diese Schnitte verdammt tief sind und niemals aufhören wollen zu bluten. Keine gute Voraussetzung, wenn man mit Lebensmitteln arbeitet…

Am nächsten Tag habe ich mit einer pflasterübersäten Hand Eis verkauft – zum Glück hat mich keiner gefragt, was mir denn passiert sei. Eis verkaufen ist eine verdammt gefährliche Beschäftigung!

16.10.11 07:07

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mum (18.10.11 14:07)
das sehe ich auch so!! Nur habe ich es vorher noch nicht gewußt.
LG Mum

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen